BMW I8 Test

362 PS gesamt – 231 PS aus einem Dreizylinderverbrennungsmotor und 96 kW aus einem zusätzlichen Elektroaggregat – lassen bereits einiges erahnen, obwohl die Symbiose aus E- und Verbrennungsmotor die Herzen verwöhnter Sportwagenfahrer in der Regel eher nicht höher schlagen lässt. Anders jedoch bei diesem Plug-in-Hybrid: Mit dem i8 will BMW zeigen, wie sexy die Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor sein kann.

Supersportler oder Öko-Wunder – hält der BMW i8, was er verspricht?

Die Optik trifft den Nagel dabei durchaus auf den Kopf. So lässt sich das aufregende Äußere des Elektro-Bayerns am besten mit den Worten cool, futuristisch und radikal beschreiben. Dabei beschränkt sich die neue Coolness längst nicht nur auf die Optik: So besteht die Außenhaut des i8 bis auf die aus Aluminium gefertigte Türaußenhaut und Frontklappe aus thermoplastischen Kunststoffen. Auch unter dem Blechkleid setzt BMW auf konsequenten Leichtbau: Vorder- und Hinterbau bestehen aus Aluminium, während CFK die Fahrgastzelle formt. So konstruiert bringt es der BMW i8 selbst mit vollem 30 Liter-Tank auf schlanke 1486 Kilogramm – 200 Kilogramm davon entfallen auf den Elektroantrieb.

Sportlich geht es auch im Innenraum weiter. Hier fällt der Blick zuerst auf reichlich Sichtcarbon. Davon abgesehen erwartet den Fahrer die typische Umgebung zeitgenössischer BMW-Modelle. Richtig spannend wird es jedoch mit dem Drücken des Startknopfes. Anders als man es von BMW-Sportwagen bislang gewohnt war, ertönt hier kein Zylindergebrüll, sondern ein Geräusch wie aus einem Science-Fiction-Film. Dann – nichts. Ganz so, wie man es eben von Elektrofahrzeugen kennt. Nichtsdestotrotz liefert der halbe Sechszylinder im Sportmodus eine BMW-würdige Geräuschkulisse, die nicht nur Fans der Marke zu schätzen wissen.

Fahrwerk und Motor – sportlich und dennoch komfortabel

Der BMW i8 rollt serienmäßig mit Adaptivdämpfern vom Band, die eine individuelle Einstellung je nach Fahrmodus erlauben. Im Eco-Pro-Modus lässt sich der i8 auch rein elektrisch fahren. So benötigt er 11,1 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Schluss ist im rein elektrischen Betrieb bei 120 km/h. Während der E-Motor seine 96 kW an die Vorderachse liefert, treibt der Benziner bei deaktivierter eDrive-Taste zusätzlich mit 231 PS die Hinterachse an. Darüber hinaus kaschiert ein Startergenerator mit 15 kW das Turboloch, sodass dynamischem Anfahren nichts mehr im Wege steht.
Die Sechsgangautomatik wird mittels Lenkradwippen geschaltet. So ausgerüstet geht es im Sportmodus dank Launch Control in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h – und in 15,2 Sekunden von 0 auf 200 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit des i8 liegt bei 250 km/h und kann auch alleine mit dem Verbrennungsmotor erreicht werden. Klar, dass so ein Auto auch anständig schluckt – oder etwa nicht? Laut BMW gibt sich der i8 mit mageren 2,1 l Benzin auf 100 km/h zufrieden. Tests sprechen hingegen eher von Werten zwischen 7 und 9 l. Was für einen Sportwagen dieser Klasse jedoch immer noch top ist.

Härtetest auf der Rennstrecke

Das volle Potenzial eines Sportwagens zeigt sich immer erst in seiner natürlichen Umgebung – der Rennstrecke. Und auch dort weiß der i8 auf ganzer Linie zu überzeugen. Obwohl Lenkung sowie Bremsen eine gewisse Eingewöhnungszeit verlangen, punkten beide mit guter Dosierbarkeit und Präzision.
Besondere Beachtung verdienen die schlanken Reifen in der Dimension 215/45 hinten und 195/50 vorne. Doch auch diese scheinen der Fahrdynamik keinen allzu großen Abbruch zu tun. Wenn man darauf eingestellt ist und damit umzugehen weiß, wohlgemerkt.

Die verbauten Fahrhilfen wie Dynamic Brake Control (DBC), Antriebsmomentenvorsteuerung (FAV), ADB-X (Aktive Differential Brake) und Kurvenbremsunterstützung Cornering Brake Control (CBC) sorgen zwar für ein hohes Maß an Sicherheit, diese geht jedoch zeitweise auf Kosten der Sportlichkeit.

Alles in allem setzt der BMW i8 einen neuen Standard für Elektrosportler – auch wenn er dabei unverkennbar ebendies bleibt.

Quelle: auto-motor-und-sport.de

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