Marderangriffe: So können Sie Ihr Auto schützen!

Was hilft gegen Marder-Attacken? Betroffene sind teilweise recht verzweifelt, denn wenn ein Marder erst einmal ihr Fahrzeug zum Teil seines Reviers erkoren hat, setzt er unter Umständen im Motorraum seine Duftmarken. Er hat vielleicht einen Schaden angerichtet, der behoben wurde, künftig lässt er aber das Auto in Ruhe. Nur seine Duftmarke ist verblieben. Der Fahrzeugbesitzer wähnt sich nach einer gewissen Zeit ohne Vorfälle sicher - bis der nächste Marder die Duftmarke des Konkurrenten entdeckt und aggressiv darauf reagiert, indem er neuen Schaden an den Schläuchen anrichtet.

Was hilft gegen Marderattacken?

Es ist inzwischen erwiesen, dass Ultraschall oder übel riechende Substanzen nur wenig wirksam sind. Jährlich melden deutsche Autofahrer 200.000 Attacken ihren Versicherungen. Es müssen neue Gegenmittel her, die nicht ganz so billig wie die bisher angebotenen Helfer gegen Marderbisse sein können. An diesen Gegenmitteln wird getüftelt, und zwar in kleinen Erfinderwerkstätten. In Hankensbüttel etwa (Landkreis Gifhorn, Niedersachsen) haben sich drei Entwickler zusammengetan, ein Wildbiologe, ein Ingenieur und eine Verwaltungsfachkraft. Sie stellen permanent neue Versuchsreihen auf, um die Resistenz von Autokabeln und -schläuchen zu testen. Dazu halten sie eigene Steinmarder in einem Gehege. Ihre Entwicklungen sind erfolgreich, viele große Automobilhersteller geben Testläufe bei der kleinen Erfinderwerkstatt in Auftrag. Journalisten eines Automagazins haben sich diese angesehen und waren beeindruckt. Überall hängen Leitungen herum, die in Kraftfahrzeugen ihre Dienste verrichten sollen. Manche sind schon durchgebissen, andere noch nicht. Die Entwickler beobachten nun, welche Sorte Kabel nach welcher Zeit dem Marderbiss zum Opfer fällt - bei schwachen Schutzhüllen dauert das nie länger als vier Tage. Das Ziel der Tests besteht darin, Ummantelungen zu entwickeln, die Marderbissen wirksam standhalten. Das ist eine Form der wirksamen Abwehr, eine andere besteht in der Verlegung von Elektroschock-Kabeln im Motorraum. Beides ist nicht preiswert, beides hilft aber.

Marderschutz ist unumgänglich

Die Versicherungswirtschaft ermittelt über ihren Gesamtverband die Schäden durch Marderbisse und konstatiert eine deutliche Zunahme seit den 1980er Jahren. Der jährliche Schaden liegt bei rund 60 Millionen Euro. Hauptverursacher ist der Steinmarder, den es inzwischen längst in die Innenstädte zieht, auch wenn man das scheue Tier nur ganz selten sieht. Das Durchbeißen von Schläuchen und Kabeln im Auto gehört zu seinem Erkundungs- und Revierverhalten, es ist für die Autofahrer nicht ungefährlich. Der ADAC meldet 16.000 jährliche Pannen durch Marderbisse. Betroffen sind vorrangig die Kühlwasserschläuche, Zündkabel, Stromleitungen und Manschetten von Lenkung und Antriebswellen. Auch die ADAC-Ingenieure empfehlen dringend die mechanische Abschottung der Kabel oder gleich des ganzen Motorraums. Es gibt Städte wie Stuttgart, in denen rund 30 Prozent aller Straßenparker irgendwann - oft mehrmals - von einem Marderangriff erwischt werden. Die häufig eingesetzten Geruchsstoffe - darunter WC-Steine oder Hundehaare, die als “Hausmittel” gelten - helfen praktisch gar nicht, auch Ultraschall ist nur wirksam, wenn der Marder an der Schallquelle direkt vorbeiläuft. Stabile Kabelummantelungen hingegen, wie sie in Hankensbüttel erforscht werden, sind ein wirksamer Schutz. Ein anderer Schutz besteht aus im Motorraum verlegten kleinen Elektroden, die dem Marder einen schmerzhaften, aber nicht bedrohlichen Stromschlag verpassen - wie der Weidezaun einer Kuh. Beides ist nicht zum Nulltarif zu haben, jedoch mancherorts unumgänglich.

Quelle: N24

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